EAPFORUM.CH
27.12.2002, 22:23
Ein weiteres Kapitel Schweizer Luftfahrtgeschichte beginnt:
Der berühmt-berüchtigte Markus Seiler (SwissWings/AirSwitzerland) möchte ab April 2003 Flüge mit 170-plätzigen B737 nach Pristina / ex Jugoslawien anbieten. Er sieht einen Markt von 400'000 PAX.
Ab 1. April (Anm. von EAPFORUM.ORG: hoffentlich kein April-Scherz;)) soll eine neue Schweizer Charter-Airline mit Appenzeller Bezug Gastarbeiterflüge von Zürich auf den Balkan bieten. Alpstein Air könnte sie heissen.
Aus dem "St.Galler Tagblatt" (http://www.tagblatt.ch/printartikel.cfm?pass_id=730694) vom 24.12.2002:
«Im Frühjahr hatten die Verantwortlichen von Odette Airways die Idee, ihre Gesellschaft in Appenzell Air umzubenennen», erklärt Stefan Otz, Geschäftsführer der Appenzellerland Tourismus AG. Jeni Zulfiji, Reisebürobesitzer und Odette-Partner, habe mit dieser Idee vorgesprochen. Die einzige Maschine hätte im Appenzeller (Käse-)Design lackiert, die Uniformen im Trachtenlook gehalten werden sollen. Zulfiji habe davon gesprochen, den Sitz der Fluggesellschaft von Zürich ins Appenzellerland zu verlegen.
Dass man es dann sein liess, lag einmal an Sorgen ums Image des Appenzellerlandes, falls mit dem Flugzeug etwas passieren sollte. Zum anderen hätte der Tourismus im Appenzellerland nicht profitiert, denn Odette ist seit ihrer Gründung vor einem Jahr auf den Gastarbeiterverkehr auf den Balkan konzentriert. Sie fliegt mir ihrer MD-83 zwei tägliche Rotationen nach Pristina, gelegentlich nach Skopje.
Alpstein Air in den Startlöchern
Dennoch könnte bald eine Appenzeller Airline abheben. Mittlerweile hat sich Zulfiji von Odette getrennt und ist in den Aufbau einer neuen Chartergesellschaft involviert, die am 1. April starten soll. Auch diese Airline wird sich auf Gastarbeiter konzentrieren. Als Name kursiert Alpstein Air in der Branche. Genährt wird die These durch die Reaktion bei der PR-Agentur Astrid Schoch GmbH in Teufen, die laut Otz das Konzept von Appenzell Air ausgearbeitet hatte. Auf Appenzell Air und Alpstein Air angesprochen, gibt sich Jörg Schoch, Vater der abwesenden Firmenchefin, zugeknöpft: «Die Sache ist heikel, es stehen wichtige strategische Entscheide an.» Starker Mann hinter Alpstein Air ist Markus Seiler, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist. Karl Kistler, Chef der Edelweiss Air, hat «gehört, dass Seiler eine Charter-Airline für Gastarbeiterverkehr aufbaut». Seiler selbst war nicht erreichbar, seine Frau bestätigte aber, er sei im Aufbau einer Airline tätig. Er baute 1989 die Basler Charterfluggesellschaft TEA auf und leitete sie, bis sie 1999 in EasyJet Switzerland aufging. Dann gründete Seiler mit früheren TEA-Managern erfolgreich die Helios Airways, eine zypriotische Charter-Airline. Zuletzt musste er im April 2002 als Chef von Swisswings den Konkurs der Berner Regionalgesellschaft verkünden. Dann war er Mitglied der Geschäftsleitung des Flops Air Switzerland, trat allerdings Mitte September unter Protest von seinem Amt zurück.
Rege Nachfrage
Gastarbeiterverkehr gilt als Nische mit Potenzial. Für geplante, aber nie realisierte Flüge von Altenrhein nach Pristina wurde das Reisebüro Samiri mit Vorreservationen überflutet. «Die Nachfrage ist gross», sagt Odette-Chef Marc Siegenthaler. Er zeigt sich überzeugt, der Markt vertrage eine weitere Airline, und Alpstein Air operiere vorerst wohl auch nur mit einer Maschine. Odettes Flieger ist immer sehr gut ausgelastet, und über die Feiertage bis Ende Januar musste man gar eine zweite MD-83 leasen, um die Nachfrage nach Flügen auf den Balkan befriedigen zu können.
Markus Seiler ist am Freitag, 27.12.2002 auch in einem Interview im "10 vor 10" auf SF1 zu diesem Thema zu sehen (Wiederholungen auf SF-i oder im Internet http://www.sfdrs.ch).
ms.
Der berühmt-berüchtigte Markus Seiler (SwissWings/AirSwitzerland) möchte ab April 2003 Flüge mit 170-plätzigen B737 nach Pristina / ex Jugoslawien anbieten. Er sieht einen Markt von 400'000 PAX.
Ab 1. April (Anm. von EAPFORUM.ORG: hoffentlich kein April-Scherz;)) soll eine neue Schweizer Charter-Airline mit Appenzeller Bezug Gastarbeiterflüge von Zürich auf den Balkan bieten. Alpstein Air könnte sie heissen.
Aus dem "St.Galler Tagblatt" (http://www.tagblatt.ch/printartikel.cfm?pass_id=730694) vom 24.12.2002:
«Im Frühjahr hatten die Verantwortlichen von Odette Airways die Idee, ihre Gesellschaft in Appenzell Air umzubenennen», erklärt Stefan Otz, Geschäftsführer der Appenzellerland Tourismus AG. Jeni Zulfiji, Reisebürobesitzer und Odette-Partner, habe mit dieser Idee vorgesprochen. Die einzige Maschine hätte im Appenzeller (Käse-)Design lackiert, die Uniformen im Trachtenlook gehalten werden sollen. Zulfiji habe davon gesprochen, den Sitz der Fluggesellschaft von Zürich ins Appenzellerland zu verlegen.
Dass man es dann sein liess, lag einmal an Sorgen ums Image des Appenzellerlandes, falls mit dem Flugzeug etwas passieren sollte. Zum anderen hätte der Tourismus im Appenzellerland nicht profitiert, denn Odette ist seit ihrer Gründung vor einem Jahr auf den Gastarbeiterverkehr auf den Balkan konzentriert. Sie fliegt mir ihrer MD-83 zwei tägliche Rotationen nach Pristina, gelegentlich nach Skopje.
Alpstein Air in den Startlöchern
Dennoch könnte bald eine Appenzeller Airline abheben. Mittlerweile hat sich Zulfiji von Odette getrennt und ist in den Aufbau einer neuen Chartergesellschaft involviert, die am 1. April starten soll. Auch diese Airline wird sich auf Gastarbeiter konzentrieren. Als Name kursiert Alpstein Air in der Branche. Genährt wird die These durch die Reaktion bei der PR-Agentur Astrid Schoch GmbH in Teufen, die laut Otz das Konzept von Appenzell Air ausgearbeitet hatte. Auf Appenzell Air und Alpstein Air angesprochen, gibt sich Jörg Schoch, Vater der abwesenden Firmenchefin, zugeknöpft: «Die Sache ist heikel, es stehen wichtige strategische Entscheide an.» Starker Mann hinter Alpstein Air ist Markus Seiler, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist. Karl Kistler, Chef der Edelweiss Air, hat «gehört, dass Seiler eine Charter-Airline für Gastarbeiterverkehr aufbaut». Seiler selbst war nicht erreichbar, seine Frau bestätigte aber, er sei im Aufbau einer Airline tätig. Er baute 1989 die Basler Charterfluggesellschaft TEA auf und leitete sie, bis sie 1999 in EasyJet Switzerland aufging. Dann gründete Seiler mit früheren TEA-Managern erfolgreich die Helios Airways, eine zypriotische Charter-Airline. Zuletzt musste er im April 2002 als Chef von Swisswings den Konkurs der Berner Regionalgesellschaft verkünden. Dann war er Mitglied der Geschäftsleitung des Flops Air Switzerland, trat allerdings Mitte September unter Protest von seinem Amt zurück.
Rege Nachfrage
Gastarbeiterverkehr gilt als Nische mit Potenzial. Für geplante, aber nie realisierte Flüge von Altenrhein nach Pristina wurde das Reisebüro Samiri mit Vorreservationen überflutet. «Die Nachfrage ist gross», sagt Odette-Chef Marc Siegenthaler. Er zeigt sich überzeugt, der Markt vertrage eine weitere Airline, und Alpstein Air operiere vorerst wohl auch nur mit einer Maschine. Odettes Flieger ist immer sehr gut ausgelastet, und über die Feiertage bis Ende Januar musste man gar eine zweite MD-83 leasen, um die Nachfrage nach Flügen auf den Balkan befriedigen zu können.
Markus Seiler ist am Freitag, 27.12.2002 auch in einem Interview im "10 vor 10" auf SF1 zu diesem Thema zu sehen (Wiederholungen auf SF-i oder im Internet http://www.sfdrs.ch).
ms.